Selbst ausgedachte Apokalypse mit deutscher Beteiligung

5. August 2009 – 7:28

Es gibt ja so Leute wie der Herr deMause, die behaupten, der deutsche Faschismus + Holocaust haben etwas damit zu tun, dass die Art der Kindererziehung zum Ende des 19. Jh. in D entschieden sehr rückschrittlich war.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. DeMause hat sich so ein Stufenmodell ausgedacht. Die vorletzte Stufe ist die Sozialisation:

“Das Erziehungsziel bestand nun darin, dass Kind zu sozialisieren, anzupassen und auszubilden. Die väterliche Fürsorge für das Kind wurde größer.”

Die hochgelobte letzte Stufe ist die Unterstützung (die GfK lässt grüßen):

“Diese Form besteht auf der Auffassung, dass das Kind am besten weiß, was es braucht und beide Elternteile sind lediglich dazu da, es zu unterstützen anstatt es zu disziplinieren. Diese Umgangsform fordert von den Eltern sehr viel Energie, Zeit und Diskussionsbereitschaft, da sie sich immer in das Kind hineinversetzen müssen und versuchen müssen dessen Bedürfnisse zu befriedigen.”

In Deutschland scheint mir die Sozialisation das vorherrschende Modell zu sein. Mit Rückfällen in vorhergehende Modelle, wo eine Ohrfeige zur rechten Zeit nichts schadet. Aber das mit der Unterstützung wird immer noch kritisch beäugt, belächelt, verächtlich gemacht.

Und jetzt kommt die ultimative apokalyptische Fantasie. Wenn nun Deutschland so eine produktivkraftmäßig fette kapitalistische Macht ist, die wegen der kapitalistischen Spielregeln nach vorne drängt, und ihre Bewohner eben “sozialisiert” wurden und nicht “unterstützt” – dann hat Deutschland vielleicht das Potential sich nochmal ein globale kapitalistische Abartigkeit auszudenken. Wie die aussieht weiß ich auch nicht. Die faschistischen Täter von damals wurden von ihren Eltern verdroschen. Die eventuellen Täter von heute und morgen mussten nur das “Wir wollen nur dein Bestes” der Eltern ertragen.

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