Das Geheimnis der Bäume

14. Januar 2014 – 22:04

Wieder so ein Dokumentarfilm über den Wald:

  • Wenn die Bäume angefressen werden, “verständigen” sie sich und werden ungenießbar.
  • Wenn es zu trocken wird, steigen Kondensationskerne auf und fördern die Wolkenbildung
  • Unter den großen alten Bäumen ist nicht viel los – erst wenn sie sterben und umfallen, gibt es Licht und Platz für Neues.

Die Kameradrohne schwebt durch die komplexen Strukturen des Waldes, der mich auch in Deutschland oft tief bewegt. Eins greift ins andere. Der Autor spricht viel von Kampf, die Ameisen schmeißen Raupen von ihrem Baum, die Würgfeige erwürgt ihren Wirt. Die Symbiose aus Pilzen und Bäumen. Das Zusammenspiel verschiedener Arten bei Befruchtung und Samenverbreitung. Na ja, jedenfalls passt alles zusammen – in dieser Welt, in der möglicherweise nichts da ist, was reflektiert. In der es kein “Sollen” gibt, kein “gut” oder “böse”.

Und unsere Gesellschaft ist sie nicht genauso komplex. Die Städte hochfragile Gebilde in einem labilen Gleichgewicht aus gegenseitigen Abhängigkeiten. Nur dass da so Menschen rumlaufen, die Moral und Ethik erfunden haben, die aus ihrem Schmerz und ihrer Freude schließen, wie es “sein soll” oder eben nicht. Und dann rotten sie sich in Klumpen zusammen, die sich um ein bestimmtes “Sollen” scharen. Irgendjemand soll es immer gut gehen, der Horde, dem König, der Nation, der Familie, allen und neuerdings den Tieren oder der gesamten Schöpfung.

Ob das wohl der Hauptunterschied zwischen Wald und Stadt ist: In der Stadt laufen die Menschen rum, mit ihrem “sollen” in Herz und Kopf – und mit diesem “Sollen” nehmen sie der Evolution das Zepter aus der Hand, indem sie neuerdings selbst die Richtung vorgeben können.

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