Gebildete Barbaren

11. Mai 2013 – 14:41

Karin Grossmann berichtet in der Sächsischen Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10.5.2013 über Bücherverbrennung und Erich Kästner. Der Artikel reflektiert, wie Kästner die Sache wohl gesehen hat:

Es war nicht eine tumbe, geistfeindliche Masse, die sich hatte anstiften lassen zum Büchermeucheln – es war die Elite der Gesellschaft. „Der Mord, den sie an diesem Abend begingen, war zugleich ein vordatierter Selbstmord.“ Studenten, Professoren, Kultusminister waren mit furchtbarem Feuereifer bei der Sache, angeführt von einem Doktor der Philosophie. „Hier rächte sich ein durchgefallener Literat an der Literatur“, kommentierte Kästner die Barbarei, die von Propagandaminister Joseph Goebbels inszeniert wurde.

Mal abgesehen vom üblichen Hitler-war’s-Duktus scheint mir wirklich die Beobachtung wichtig, dass Abitur nicht vor geistiger Regression schützt.

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