Das schwarze Loch

3. März 2013 – 11:54

Mir lief die kurze Geschichte von Gustav Meyrink (1868-1932) über den Weg. Inder hatten sich eine Apparatur ausgedacht, die Gedanken visualisierte. Sie führten ihre Technik vor und produzierten allerlei nette Bildchen vom Tadsch Mahal oder vom Himalaja. Als dann in Europa ein Offizier die Technik ausprobierte, passierte folgendes:

Das Pulver war zwar nicht explodiert, aber eine sammetschwarze Kugel – so groß wie ein Apfel – schwebte frei in der Flasche. – … Erstaunt nahm der Brahmane die Flasche – – – Da! – Wie er sie bewegte, berührte die innen schwebende Kugel die Glaswand. Sofort zersprang diese, und die Splitter, wie von einem Magnet angezogen, flogen in die Kugel, um darin spurlos zu verschwinden.Der sammetschwarze runde Körper schwebte jetzt unbeweglich frei im Raum. –Eigentlich sah das Ding gar nicht wie eine Kugel aus und machte eher den Eindruck eines gähnenden Loches. – Und es war auch gar nichts anderes als ein Loch. –Es war ein absolutes – ein mathematisches »Nichts«! –

Was dann geschah, war nichts als die notwendige Folgeerscheinung dieses »Nichts«. – Alles an dieses «Nichts« angrenzende stürzte naturnotwendig hinein, um darin augenblicklich ebenfalls zu »Nichts« zu werden, d. h. spurlos zu verschwinden.

Spöttisch fielen mir so Faschismusreflektionen ein, über die Frage, was dahinter stecke: Nichts. Vielleicht ist auch der Kapitalismus mit seiner absoluten Amoralität ein schwarzes Loch – wie Smith aus der Matrix.

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