Schulischer Imperialismus

21. März 2012 – 16:34

Inzwischen ist die Schule nicht nur zuständig für ihre eigenen traditionellen Felder, sondern bietet zudem allerlei prophylaktische Lebenshilfen an wie etwa Verkehrserziehung, Ernährungskunde, Kochunterricht, Medienpädagogik, Kommunikationstechniken, Umweltschutz inklusive Entsorgungsfragen, Meditations- und Selbsterfahrungstraining, Verbraucherberatung, Integrationskurse, Erste Hilfe, Bastelei, Tourismusprojekte, Projekte je nach Vorliebe des Schulkollegiums. Die Schule saugt auf diese Weise alle Aktivitäten auf, die früher außerhalb von ihr, nämlich in Familie, Vereinen und unter Freunden, initiiert wurden. So trocknet der Raum zwischen Individuum und Staat aus. In diesem Zwischenraum war aber von jeher der Widerstand gegen totalitäre Vereinnahmung lokalisiert, weshalb alle Diktatoren diese intermediären Widerstandsnester aus dem Weg zu räumen versuchten, um ihr Feld so zu planieren, dass es von der konturlosen Masse und deren Bewegungen besetzt werden konnte. In diesem Vorhaben unterschied sich Robespierre nicht von Hitler und Stalin.

Von wem stammt der Text: Norbert Blüm, CDU

  1. 2 Responses to “Schulischer Imperialismus”

  2. Naja, weil Zirkustiere nicht mehr artgerecht zu halten sind, es Beschränkungen gibt, der Unfug irgendwann eingestellt werden wird, wären die Schüler einfach entsprechend abzurichten. Mal ehrlich: Echte Jobs gehen doch eh aus…..

    By Blinkfeuer on Mrz 24, 2012

  3. Wenn es denn so einfach wäre. Birkenbihl und die Wirtschaft, gemeinsam mit den schulkritischen Eltern und Lehrern, die an allen Ecken und Enden neue Schulen gründen, wollen das Kind in der Schule artgerecht halten, damit es teamfähig ist, kommunikativ und flexibel. Und dann wieder braucht die Wirtschaft den zirkusdressierten Dummdödel am Fließband oder der Scannerkasse, die ihren Lebensabend in der Kleingartenanlage “Weidkamp” verbringen.

    By KurtMelnik on Mrz 25, 2012

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