Psychologie der Entscheidung

12. März 2010 – 7:00

In GEO 8/08 gibt es den lesbaren/-werten Beitrag “Das Geheimnis der guten Wahl” von Harald Willenbrock.

Die Grundaussage geht wohl so: Das Bewusstsein ist eine Zugabe der Evolution und unser bewusstes Denken kommt mit mäßig komplexen Aufgaben besser zurecht als eine Ratte ohne Bewusstsein. Wird es allerdings zu kompliziert, dann ist dieses bewusste Denken schlichtweg überfordert. Die gute Nachricht dabei: Die Lösung die unser Unterbewusstsein in so einer Situation ausspuckt, ist nicht die schlechteste.

Rausgeschrieben habe ich mir folgende Thesen:

  • Je mehr es zu bedenken gibt, um so weniger sollte man darüber nachgrübeln.
  • Wo es an vergleichbarer Erfahrung fehlt, kann das Bewusstsein helfen. (Dann kann das assoziative Unterbewusstsein nämlich nicht wirklich zum Zuge kommen.)
  • Wenn die Erderwärmung eine Waffe wäre, die irgendein fieser Diktator gegen uns richtet, würden wir natürlich mit aller Macht dagegen Krieg führen.

Traurig/gruselig nur, dass über die berichteten Experimente und Studien rauskommt, dass Forschungen zu diesem Thema zu einem großen Teil von der Werbeindustrie bezahlt werden.

  1. 4 Responses to “Psychologie der Entscheidung”

  2. Ohje! Ich glaube, da mache ich es lieber wie die Schnecke bei Morgenstern (oder ist es Ringelnatz): nachdem ich mich in meine Gedanken verwickelt habe, krieche ich einfach weiter… :-).

    By eule70 on Mrz 13, 2010

  3. Meinst Du das hier:

    Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst

    Soll i aus meim Hause raus?
    Soll i aus meim Hause nit raus?
    Einen Schritt raus?
    Lieber nit raus?
    Hausenitraus -
    Hauseraus
    Hauseritraus
    Hausenaus
    Rauserauserauserause ……

    (Die Hausschnecke verfängt sich in ihren eignen Gedanken oder vielmehr diese gehen mit ihr dermaßen durch, dass sie die weitere Entscheidung der Frage lächelnd verschieben muss.)

    Das würde ja genau passen, obwohl das Teil über hundert Jahre alt ist. In vertrackten Situationen ist unser kleines Hirnchen überfordert und kann nicht zu Potte kommen. Böse wird es wahrscheinlich dann, wenn ich das Kind mit dem Bade ausschütte und knallharte Kritik und Analyse völlig ablehne und das “Bauchgefühl” als die einzige wahre Intelligenz verehre.

    By KurtMelnik on Mrz 15, 2010

  4. Ja, genau das meine ich! Danke, dass Du es ganz zitierst, ich werde es mir ausdrucken, denn ich konnte es nur noch halb auswendig. Aber den Schluss meine ich noch zu erinnern als “die Schnecke verwickelt sich in ihre Gedanken und kriecht weiter”.
    Übrigens: es ist wohl von Morgenstern (wenn Du sagst über huntert Jahre alt)?
    Nee, knallharte Kritik und auch komplizierte Analyse soll man wirklich nicht ablehnen – aber manchmal verwickelt man sich eben in seinen Gedanken. Ist übrigens was gutes direkt vor dem Einschlafen :D. In diesem Sinne – gute Nacht für heute.

    By eule70 on Mrz 16, 2010

  1. 1 Trackback(s)

  2. Jun 7, 2012: Gewissensentscheidungen auf dreikopf.wordpress.com

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