Mensch, Welt und Fernsehen
24. August 2008 – 7:15Georg Seeßlen wettert in konkret gegen die gebildeten Schlaumeier, die nicht verstehen können, warum so viele Leute auf ihrer Fernbedienung den Ausschaltknopf nicht finden können:
Wenn aber nun das Fernsehen (vielleicht im Verbund mit der »Bildzeitung« und Frau Suhrbier von nebenan) das einzige Fenster zur Welt ist, das man öffnen kann? Wenn die Betätigung des Ausschaltknopfs bedeutet, alle Welt zu verlieren? Dann ist Fernsehen eben etwas ganz anderes als die bloße Benutzung einer kulturellen Maschine, die Information, Unterhaltung und sogar Bildung ins Haus bringt. Es ist längst mit dem Leben selbst verwoben. Und der Hinweis des guten Menschen von Mitteleuropa auf den Ausschaltknopf nur zynisch und heuchlerisch. Denn die Menschen sehen so fern, wie sie leben, sie leben so, wie sie fernsehen, und beides, das Leben wie das Fernsehen, wird dort fabriziert, wo sie nicht hinreichen.
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