Heringe und Hegel

15. Januar 2012 – 12:01

Letztens war ich im Ozeaneum in Stralsund. Ich stand lange vor den großen Becken mit den Heringsschwärmen. Der Schwarm bewegte sich wie ein Organismus und bestand doch aus “autonomen” Subjekten. Es gab Phasen stationären führungslosen Kreisens. Und doch schraubte sich der Schwarm in eine bestimmte Richtung. Dann wieder schwammen alle in eine bestimmte Richtung. Es befanden sich wohl einige Individuen an der Spitze – aber den ganzen Schwarm beobachtend, schien es lächerlich, diesen Individuen einflussreiche Führerschaft zuzuschreiben. Und manchmal scherten einzelne Fische aus, ohne dass es Einfluss auf den Schwarm gehabt hätte. Manchmal jedoch änderten mehrere Fische gleichzeitig die Richtung, bildeten einen Unterschwarm, der sich selbständig weiterbewegte – der wieder zurück zum Hauptschwarm fand – oder aber die neue Richtung vorgab. Die Fische konnten nicht rückwärtsschwimmen. Überhaupt waren alle Richtungswechsel sehr stetig.
Und der Hegel fiel mir ein, mit seinem “Für-sich-Sein” und “Für-andere-Sein” und dem “An-sich-Sein.” So ein Einzelhering ist kein richtiger Hering mehr, nur so ein orientierungsloses Einzeldingens. Der ganze Schwarm ist aber auch nicht der Hering “an sich” Der Hering lässt sich nur als dialektische Einheit aus Einzelhering und Schwarm begreifen.
Ein Beitrag zum Thema “Was soll ich tun?” Wenn ich der Meinung bin, der Schwarm schwimmt in die falsche Richtung, dann kann/muss ich ihm nicht folgen. Je mehr meine Einschätzung vom Mainstream abweicht, desto unwahrscheinlicher, dass sich mir jemand anschließt. Aus der Mitte des Schwarms heraus ist es wohl besonders schwer, sich etwas anderes vorzustellen, als mit der Menge zu schwimmen.
Trauer um den Abschied von der Hoffnung auf eine ultimative Antwort. Aber auch soetwas wie friedliche Weisheit, das alles so ist wie es ist.

Früher war mehr Lametta

8. Januar 2012 – 13:31

Die motorischen Grundfähigkeiten, also Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination, sind bei den heutigen Kindern bis zu 15 Prozent geringer als noch Mitte der 1980er Jahre. Etwa jedes siebte Kind in Deutschland ist mittlerweile übergewichtig. Fast jedes zweite Grundschulkind hat Haltungsschwächen, weil es sich zu wenig bewegt. (Quelle: tk-aktuell 1-2012)

Scheiße

29. Dezember 2011 – 6:28

Warum es mit dem “Es geht den Leuten noch nicht schlecht genug” nicht klappt:

In der Scheiße zu stecken, macht nicht widerständig und klug, sondern bräsig und dumm: Man wird warm gehalten, und an den Gestank gewöhnt man sich bald.

House of Small Cubes

26. Dezember 2011 – 22:52

Ach, das passt gut zum jahresendlichen Kramen in alten Photos.

La Maison en Petits Cubes from istever on Vimeo.

Wirtschaftskrise in Southpark

17. Dezember 2011 – 22:38

Margaritaville

Mal wieder faule Griechen

16. Dezember 2011 – 18:25

Durchschnittliche jährliche Arbeitszeit nach OECD-Angaben

Deutschland: 1419
Griechenland: 2109

Gerald Hüther

16. Dezember 2011 – 18:06

sein Weihnachtsnewsletter:

Die Welt wird nicht untergehen, höchstens die Vorstellungen mancher Zeitgenossen, worauf es im Leben ankommt. In einer Welt begrenzter Ressourcen werden sie wohl von der Idee Abschied nehmen müssen, dass man ewig weiter wachsen kann. Sie werden verstehen lernen, dass es neben dem quantitativen noch ein anderes, ein qualitatives Wachstum gibt. Unser Gehirn macht uns vor, wie das geht: Nicht indem es so lange weiter wächst, bis uns die Schädeldecke zerplatzt, sondern indem es seine Konnektivität, also die Beziehungen zwischen den Nervenzellen intensiviert. Wer im Hirn besser vernetzt ist, der findet sich auch im Leben besser zurecht, der muss nicht immer wieder versuchen, die Probleme, die er mit seinen alten Denkweisen geschaffen hat, mit genau den Denkweisen zu lösen, die ihn in diese Sackgasse geführt haben. Das ist engstirnig. Um das zu erkennen, muss man kein Hirnforscher sein.

Optimismus

27. November 2011 – 18:14

Bei Wikipedia gedadelt:

Die meisten Religionen, besonders die monotheistischen, sind von einer Hoffnung auf Erlösung und somit von Optimismus beseelt. Eine moderne Spielart stellt der Fortschrittsglaube der Aufklärung dar.

Rückzugsgefechte

23. November 2011 – 5:55

Aus so einem Buch zum 20-jährigen Bestehen der GEW:

Eckpunkte der bildungspolitischen Konzeption der Gründungskonferenz sind: Beibehaltung und Weiterentwicklung der Krippen, Kindergärten, Horte und Freizeiteinrichtungen; Entwicklung der zehnjährigen Polytechnischen Oberschulen zu differenzierten, leistungsfähigen, integrierten Gesamtschulen; Öffnung und Ausbau der Abiturstufe sowie doppelt qualifizierender Bildungsgänge; freier Hochschulzugang für alle, die entsprechende Qualifikationen erworben haben; Weiterentwicklung des polytechnischen Unterrichts als Pflichtfach an allen allgemein bildenden Schulen und Freiräume für alle Bildungseinrichtungen zur Erprobung eigener Wege. (28. Juni 1990)

Eckpunkte der bildungspolitischen Konzeption der Gründungskonferenz sind: Beibehaltung und Weiterentwicklung der Krippen, Kindergärten, Horte und Freizeiteinrichtungen; Entwicklung der zehnjährigen Polytechnischen Oberschulen zu differenzierten, leistungsfähigen, integrierten Gesamtschulen; Öffnung und Ausbau der Abiturstufe sowie doppelt qualifizierender Bildungsgänge; freier Hochschulzugang für alle, die entsprechende Qualifikationen erworben haben; Weiterentwicklung des polytechnischen Unterrichts als Pflichtfach an allen allgemein bildenden Schulen und Freiräume für alle Bildungseinrichtungen zur Erprobung eigener Wege.

Jan Josef Liefers

22. November 2011 – 6:35
Jan Josef Liefers wurde 1964 als Sohn einer Schauspielerin und eines Regisseurs in Dresden geboren. Er weiß, dass DDR auch glückliche Kindheit bedeuten kann und nicht ausschließlich Stasiterror. „Ich habe viele Filme mit DDR-Thematik nicht gemacht, denn sie erschienen mir zu simpel. Ich war mit den Fragestellungen nicht einverstanden, die da transportiert wurden. Zugespitzt lauteten sie: Warst du ein Opfer oder ein Täter?  Quelle:  TV TODAY 24/11
Sehr sympathisch