no comments :-(

22. November 2014 – 19:53

Ich fürchte mich erstmal vor einem WordPress-Exploit und habe die Kommentare vorübergehend ausgeschaltet.

Vegan und böse

22. November 2014 – 10:00

Wenn einer nichts isst, was Augen hat und auf Rohkost steht, sagt das nichts aber auch gar nichts darüber aus, wie er sich zu Menschen verhält. Na gut, wahrscheinlich isst er auch keine Menschen. Deshalb hat mir der ökologisch korrekte, vegane Drogenboss mit seinem Kult um Rohkostsmoothies in “Einer nach dem anderen” viel bissige Freude bereitet.

Erfreuliche Prognosen?

15. November 2014 – 12:41
  • Erica Chenoweth und Maria J. Stephan haben in einer umfangreichen Studie herausgefunden, dass gewaltfreier Widerstand bei weitem erfolgversprechender ist als der gewaltsame und das sich dieser Trend in den letzten Hundert Jahren sogar vestärkt hat. nachlesenTEDnachgucken
  • Steven Pinker hat in seinem Buch “Gewalt – Eine neue Geschichte der Menschheit” vorgerechnet, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte ein immer geringerer Teil der Bevölkerung ermordet wird. TEDnachgucken

Es gibt da also Diagramme. Waagerechte Achse: Zeit. Senkrechte Achse: Erfolgsrate von gewaltlosen Aufständen oder Mordrate. Die Kurven zeigen, wenn es so weitergeht, in eine rosige Zukunft. Dieses “wenn es so weitergeht,” das ist der Knackpunkt. Umbrüche lassen sich so nicht vorhersagen. Und sie taugen auch nicht für Begründungen, wie es sein soll.

Besteht der einzige Nutzen darin, mit Empirie gegen das dumpfe Alles-wird-immer-schlimmer schießen zu können? Aber was können dürre Statistiken gegen laute Katastrophennachrichten ausrichten?

Sokrates und die Kritik

14. November 2014 – 22:28

Sokrates und sein “Ich weiß, dass ich nichts weiß,” werden gefeiert. Seine konsequentes Nachfragen, seine Dekonstruktion von Scheinwahrheiten.

Aber wenn garstige Kritiker der gegenwärtigen Verhältnisse auf praktische Weltrettungspläne verzichten, dann ist das Geschrei groß. Wenn einer fragt, was denn zu tun sei, dann grummeln sie: “Niemand ist zur Konstruktivität verpflichtet, wenn die Welt Scheiße ist.” Und ich verkrieche mich in Foodkoops, TransitionTowns und anderen LOHASischen Gefilden.

Lichtgrenze

10. November 2014 – 8:59

Zum Jubiläum 25 Jahre Mauerfall gab es so eine Nachbildung der Berliner Mauer als Lichtinstallation. Als ich den Bericht in den Nachrichten sah, rauschte mir das Wort “Gründungsmythos” durch den Kopf. Ich erinnerte mich als 20 Jahre nach dem 2. Weltkrieg Geborener daran, welche Bedeutung der 8. Mai 1945 in der DDR hatte. Ich erinnerte mich an das Gedenken an ein Ereignis zu dem ich keinen Bezug hatte. Wer entscheidet, was mit großem Aufwand gefeiert wird. Deutschland scheint die Mauer zur Selbstlegitimation zu brauchen.

Kohlberg

20. Oktober 2014 – 18:34

Frage ich im Test: “Auf welchem Kohlberg-Niveau befinden sich die meisten Erwachsenen?” Antwortet einer: “Die meisten Menschen befinden sich im konventionellen Niveau, also zwischen fremdbestimmt und selbstbestimmt.”

Und Klick im Hirn – genau das ist es. Der Mensch befindet sich immer im Spannungsfeld von Autonomie und Heteronomie. Völlig autonom wäre er ein Gott, völlig heteronom ein Tier. Kein Wunder, dass Kohlberg keine Leute auf Stufe 6 gefunden hat. Und worin besteht die Autonomie, wenn ich mich statt an sozialen Gruppen an abstrakten Prinzipien orientiere.

Kapitalismus

19. Oktober 2014 – 18:38

Ein gedeihlicher gebührenfinanzierter, öffentlich-rechtlicher Fernsehabend: Teil1 einer arte-Reihe über den Kapitalismus, die Septemberausgabe der ZDF-Anstalt, und eine 3sat-Portion Volker Pispers.

arte-Kapitalismus:

  • Der Mythos von der Entstehung des Geldes wurde angefochten. Es konnten keine Völker gefunden werden, die ohne Geld Tauschhandel treiben. Die Geschichte: Eine Kuh gegen drei Hühner tauschen oder einen Topf gegen einen Fisch und dann wird das Geld erfunden, um die Sache zu vereinfachen, so soll es nicht gewesen sein. Am Anfang haben die Leute einfach geteilt, was zu viel war.
  • China hat 80 Jahre vor Kolumbus große Seefahrten unternommen, kam aber nicht auf die Idee, entdeckte Länder zu erobern. Die Expiditionen waren vom Kaiser angeordnet und staatlich finanziert.
  • Die Expiditionen der Spanier in Südamerika waren kreditfinanzierte Privatunternehmen, die von vornherein auf Profit ausgelegt waren.
  • Bei Marx, zumindest nach stalinistischer Lesart, ist der Kapitalismus eine Anpassung der Produktionsverhältnisse an die neuen Produktivkräfte – spinning jenny und so. In der Reportage spielt das entwickelte Kreditwesen eine entscheidende Rolle beim Antrieb der Entwicklung.
  • Jedenfalls ist der Kapitalismus keine notwendige Entwicklung gewesen, die überall stattfand, sondern eher ein kontingenter Unfall in Europa.

ZDF-Anstalt:

Yogi und Politkommissar

7. Oktober 2014 – 22:18

Genau meine Rede:

Im Zweiten Weltkrieg stellt A. KOESTLER die Figur des Yogi und die des Politkommissars einander gegenüber. Dieser glaube an «die Wandlung von außen her … durch Revolution», jener, «daß durch äußere Organisation gar nichts, durch die Bemühung des einzelnen von innen heraus jedoch alles verbessert werden kann». Beide Einstellungen geraten aber in Antinomien der Anwendung: «Dem Heiligen folgt der Revolutionär, dem Yogi der Kommissar». Aber weder die anti-individualistische «Kommissarethik» noch die quietistische «Yogi-Ethik», «weder der Heilige noch der Revolutionär kann uns retten, nur die Synthese dieser beiden»
[Historisches Wörterbuch der Philosophie, S. 51841] – A. KOESTLER: Der Yogi und der Kommissar 1 (1942) 11f.; 2 (1944) 252. 273. 277; Der Yogi und der Kommissar. Auseinandersetzungen (1970).

Mein Spruch

6. Oktober 2014 – 19:24

Heute in meinem Lokalblatt:

Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht immer belehrt werden möchte. Winston Churchill

Ich glaube, das trifft es sehr gut, wie ich unterwegs bin: Mit meinen Seminaren, Kongressen und Büchern; meinen sich wandelnden Ansichten. Und mein Hass auf Auskenner, zu deren Lehre es dazugehört, dass ich ihr nicht folgen kann, weil ich von den Mainstreammedien verstrahlt bin oder noch nicht auf dem richtigen spirituellen Level.

Klimawandel

6. Oktober 2014 – 8:13

„Das nun bedeutet, sich gerade in einer Situation der Krise selbst Visionen, Konzepte oder auch nur Ideen zumuten zu müssen, die noch nicht gedacht sind. Eine solche Lösung mag naiv klingen, ist es aber nicht. Naiv ist die Vorstellung, der fahrende Zug der fortschreitenden Zerstörung der Überlebensbedingungen sehr vieler Menschen würde seine Geschwindigkeit und Richtung verändern, wenn man in seinem Inneren gegen die Fahrtrichtung läuft“. Quelle: Harald Welzer; Klimakriege

Mir scheint, dass ich das ganz gut kann. Im Inneren des fahrenden Zuges gegen die Fahrtrichtung laufen. Und ich stoße bei Leuten, die sitzenbleiben auf Unverständnis, Erheiterung oder Anerkennung.